Die Geschichte des Salzburger Sportfischerei-Vereins

Die historischen Wurzeln des Salzburger Sportfischerei-Vereins reichen zurück bis in das Jahr 1893, als eine Vereinigung von Salzachfischern erstmals in das Vereinsregister eingetragen wurde. In dieser Zeit befand sich unser Land in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und wurde von Kaiser Franz Joseph den I. regiert.

Dieser Fischereiverein aus dem Jahr 1893 wurde im Jahr 1907 umgebildet und nach den Wirren des ersten Weltkrieges ging aus dieser Vereinigung als Erbträger der Fischerei in der Salzach im Jahr 1924 der "Salzach-Sport-Fischereiverein“ in Salzburg hervor. Diese Vereinsbildung wurde mit Bescheid der Landesregierung im Vereinskataster eingetragen.

Im Jahr 1938 wurde der Verein durch Verfügung des NS- Stillhaltekommissars für Vereine und Organisationen in "Bezirksfischereivereinigung Salzburg" umbenannt, welcher im Jahr 1941 bereits 603 Mitglieder hatte und einen Jahresumsatz von 12.500 Reichsmark, umgerechnet ca. 41.000 Euro, erwirtschaftete.

Im Jahr 1947, als sich die Rechtslage wieder konsolidiert hatte, erfolgte durch die Hauptversammlung die Umbildung in den "Bezirks-Fischerei-Verein Salzburg" der dann im Jahr 1950 in einer neuerlichen Vereinsumbildung den Namen "Salzburger Sportfischerei-Verein" erhielt, den er noch heute mit Stolz trägt.

Der älteste Fischerei-Pachtvertrag der noch in Vereinsbesitz auffindbar ist stammt aus dem Jahr 1907. Dieser wurde mit der kaiserlich-königlichen Ärar, heute Bundesforste, und der Gemeindevorstehung Oberndorf, da diese mit dem Schifferstiftungsfonds ein Mitfischereirecht besaß, abgeschlossen. Es handelte sich dabei um die Salzach zwischen Hauptbrücke, heute Staatsbrücke, in Salzburg abwärts bis zur Einmündung der Saale heute Saalach beiduferig und dann weiter nur rechtsuferig bis zur Landesgrenze Oberösterreich.

Im Laufe der Jahrzehnte hat der Salzburger Sportfischerei-Verein zahlreiche Gewässer gepachtet gehabt. Unter anderen die Taugl bei Vigaun, den Teich in St. Jakob am Thurn, den Autobahnsee in Gois, den Teich Villa Berta in Nonntal, Teich Freisaal, die Obere Oichten bei Michaelbeuern, die Obere Moosach den Hellbrunner Bach mit einer eigenen Fischzucht im den 40ern, die Bergwerkslacke bei Wildshut, ein Teil des Seeleiten-Sees im Ibmer Moos, die Mattig mit einigen Nebengewässern zwischen Pfaffstätt und Mattighofen, die Königssee-Ache aber auch ein Fischereirecht am Mondsee Mitte der 50er Jahre.

An Stelle dieser Gewässer kamen wieder andere Gewässer zum Verein, sodass derzeit folgende Gewässer Pachtgewässer des SSFV sind: Salzach rechtsuferig zwischen Staatsbrücke und oö. Landesgrenze, Alterbach zwischen der Linzer Bundesstraße und Mündung in die Salzach, der Söllheimer Bach zwischen Seitenbachweg und Mündung in die Salzach, der Pfarrbach in Seeham, der Lämmerbach, Reitbach, Eilwimmbach, Pichlerbach, das Salzach-Stadtrevier linksuferig von Staatsbrücke flussabwärts bis Pioniersteg, der Salzachsee in Liefering, der Lebererteich in Anthering, der Hürdenteich und Hirschbach in Weitwörth, Pladenbach zwischen Obereching und Mündung in die Moosach, Untere Moosach bei St. Georgen, Untere Oichten, Lohirglbach in Ettenau, Riedersbacher Lacken in der Riedersbacher Salzachau, Salzach rechtsuferig zwischen oö. Landesgrenze und neuer Grenzbrücke Ach - Burghausen, d.h. zusammengefasst die Salzach rechtsuferig von der Staatsbrücke bis nach Ach/Burghausen aufgeteilt in verschiedene Fischereireviere über eine Länge von 52km.

Insgesamt bewirtschaften der SSFV derzeit 90km Fließgewässer und Teiche mit einer Gesamtfläche von 16ha. Wir bringen einen jährlichen Besatz von ca. 14 Tonnen Fische ein.

Der Verein umfasst derzeit rund 600 Mitglieder wovon ein großer Teil in der Stadt Salzburg lebt, viele Mitglieder sind aus dem Flachgau und auch aus dem angrenzenden Oberösterreich und aus Bayern sowie aus dem Tennengau und dem Pongau, aber auch aus dem übrigen Österreich kommen Mitglieder zum Verein.

Foto: (c) Stadtarchiv Salzburg, Fotosammlung Josef Kettenhuemer