
Geschichte
Ein Verein schreibt Geschichte(n).
Seit 1893. Aus Tradition verbunden. Der Zukunft verpflichtet.

Seit 1893
Wie alles begann
Die historischen Wurzeln des Salzburger Sportfischerei-Vereins reichen bis in das Jahr 1893 zurück, als sich Salzachfischer erstmals vereinsmäßig organisierten.
Regulierung, Begradigung und weitere Eingriffe in die Flusslandschaft hatten die Salzach verändert. Zusammen mit einer wenig geordneten Fischerei führte das zu einem spürbaren Rückgang der Fischbestände – und genau daraus entstand das Bedürfnis, sich gemeinsam zu organisieren.
Es ging also nicht nur um die Freude an der Fischerei, sondern um den Wunsch, Gewässer, Fischbestände und fischereiliche Interessen nachhaltig zu schützen. Gewässerreinhaltung, Durchgängigkeit und verantwortungsvolle Nutzung standen schon damals im Mittelpunkt – Fragen, die bis heute aktuell sind.
Zeitstrahl
Von 1893 bis heute
1893
Geburt des Vereins
Erste Eintragung einer Vereinigung von Salzachfischern ins Vereinsregister. Ziel war es, die Interessen der Fischerei gemeinsam zu vertreten und Missstände an den Gewässern nicht länger hinzunehmen.
1907
Umstrukturierung und erster erhaltener Pachtvertrag
Der ursprüngliche Verein wurde 1907 neu geordnet. Aus diesem Jahr stammt auch der älteste im Vereinsarchiv erhaltene Fischereipachtvertrag.

Vereinsarchiv
Der älteste erhaltene Pachtvertrag
Der älteste im Vereinsarchiv erhaltene Fischereipachtvertrag stammt aus dem Jahr 1907. Er betraf die Salzach von der Hauptbrücke (heute Staatsbrücke) in Salzburg abwärts bis zur Einmündung der Saalach, beidufrig, und anschließend rechtsufrig weiter bis zur Landesgrenze Oberösterreich.
Vertragspartner waren die kaiserlich-königliche Ärar – heute die Bundesforste – sowie die Gemeindevorstehung Oberndorf, die über den Schifferstiftungsfonds ein Mitfischereirecht innehatte.
Der damalige Pachtzins betrug 850 Kronen.
1924
Neugründung nach dem Ersten Weltkrieg
Nach den Wirren des Ersten Weltkriegs entstand 1924 als Erbträger der früheren Vereinigung der „Salzach-Sport-Fischereiverein“ in Salzburg.
1938–1945
Zeit des Nationalsozialismus
1938 wurde der Verein durch Verfügung des NS-Stillhaltekommissars in „Bezirksfischereivereinigung Salzburg“ umbenannt. Bereits 1941 zählte die Organisation 603 Mitglieder.
1947
Neuaufbau
Nach dem Krieg erfolgte durch die Hauptversammlung die Umbildung in den „Bezirks-Fischerei-Verein Salzburg“.
1950
Der Name bleibt
1950 erhielt der Verein im Zuge einer neuerlichen Umbildung zunächst den Namen ‚1. Salzburger Sportfischer Verein‘. Im Laufe der folgenden Jahre entwickelte sich daraus die heutige Bezeichnung ‚Salzburger Sportfischerei-Verein‘ – ein Name, den wir bis heute mit Stolz tragen.
1982
Meilenstein Fischzucht Seekirchen / Getzing
Mit dem Kauf der Fischzuchtanlage in Seekirchen / Getzing wurde 1982 ein entscheidender Schritt für die nachhaltige Eigenversorgung mit Besatzfischen gesetzt.
2000
Start des SSFV-Äschenprojekts
Beginn des SSFV-Äschenprojekts als Artenschutzprogramm für diese bedrohte Fischart. Der Verein setzte damit bewusst ein Zeichen für aktive Hege, Artenvielfalt und Verantwortung am Gewässer.
2017–2018
Neubau Bruthaus
In Seekirchen / Getzing wurde das Bruthaus neu errichtet – ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung der vereinseigenen Fischzucht. Federführend umgesetzt wurde der Bau vom verstorbenen Gewässerwart und Obmann-Stellvertreter Michael Nestelbacher, dessen Einsatz der Verein in dankbarer Erinnerung behält.
2018
125 Jahre SSFV
2018 feierte der Salzburger Sportfischerei-Verein sein 125-jähriges Bestehen mit einer großen Jubiläumsveranstaltung in der Stiegl-Brauwelt Salzburg. Die Feier stand unter der Schirmherrschaft des damaligen Bürgermeister-Stellvertreters und heutigen Bürgermeisters Bernhard Auinger.
2024
Vereinshymne
2024 entstand mit „Für die Fische, die wir lieben“ eine eigene Vereinshymne – als Ausdruck von Identität, Zusammenhalt und Leidenschaft für die Fischerei.
2024–2026
Neubau Fischzucht Seekirchen / Getzing
In diesen Jahren entstand in Seekirchen / Getzing ein neues Wirtschaftsgebäude mit Schulungsraum, Labor, Aufenthaltsraum, Vereinsbüro, Werkstatt, Vereinsarchiv und Vereinsbibliothek. Damit wurde die Infrastruktur des Vereins entscheidend modernisiert.
2026
Fischzucht Faistenau
2026 wurde zusätzlich eine weitere Fischzucht in Faistenau gepachtet – als Ergänzung, Backup-Standort und wichtiger Baustein für die Bachforellenbewirtschaftung.
2026
Ein Weckruf für die Zukunft
Ebenfalls 2026 versiegte in Seekirchen erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen die Quelle. Dieses Ereignis zeigte eindrücklich, wie verletzlich auch langjährig stabile Strukturen geworden sind – und wie wichtig zusätzliche Standorte wie Faistenau für die Zukunft sein können.
2026
Der Verein wird digital
Mit SSFV CONNECT begann 2026 die Entwicklung einer vereinseigenen App, die weit über eine reine Mitgliederverwaltung hinausgeht.
Frühere Gewässer des Vereins
Gewässer und Entwicklung
Im Laufe der Jahrzehnte hat der Verein zahlreiche Gewässer gepachtet und bewirtschaftet – vom Stadtgewässer über Teiche bis zu Fließgewässern in Salzburg und darüber hinaus. Die folgende Auswahl zeigt frühere Gewässer aus der Vereinsgeschichte und nicht den heutigen Bestand.
- Taugl bei Vigaun
- Autobahnsee in Gois
- Villa Berta Teich Nonntal
- Teich Freisaal Nonntal
- Teich in St. Jakob am Thurn
- Hellbrunner Bach
- Obere Oichten
- Obere Moosach
- Bergwerkslacke bei Wildshut
- Teile des Seeleiten-Sees im Ibmer Moos
- Mattig
- Nebengewässer bei Mattighofen
- Königssee-Ache
- Fischereirechte am Mondsee

Fischzucht
Vom ersten Aufzuchtbecken zu zwei Standorten
Der Verein produziert bereits seit den 1940er-Jahren einen Teil seiner Besatzfische selbst. Begonnen wurde mit einer kleinen Aufzuchtanlage im Hellbrunner Bach, später folgte eine kleine Fischzucht im Anifer Alterbach („Mühlei“).
Ein entscheidender Meilenstein war 1982 der Kauf der Fischzuchtanlage in Seekirchen. Mit dem Neubau des Bruthauses in den Jahren 2017/2018 sowie dem neuen Wirtschaftsgebäude, das zwischen 2024 und 2026 errichtet wurde, wurde dieser Bereich umfassend modernisiert.
2026 kam mit der Pacht der Fischzucht Faistenau ein weiterer wichtiger Standort hinzu.

Aus dem Vereinsarchiv
Ein kleines Abzeichen, ein großes Stück Vereinsgeschichte
Unser erstes Vereinsabzeichen ist rund 100 Jahre alt. Trotz seiner geringen Größe – etwa wie eine 2-Euro-Münze – erzählt es viel über die Geschichte des Vereins: Es zeigt einen Fischer mit Boot und Hecht und ist bis heute erhalten.
1982 wurde das Abzeichen dem Verein vom inzwischen verstorbenen Obmann-Stellvertreter Richard Dolejschi gestiftet. Heute ist es in einem Holzrahmen im Vereinsbüro zu sehen.

Obmänner des Vereins
- 1938–1947
- Nikolaus Höplinger
- 1947–1962
- Ing. Walter Lux
- 1962–1978
- Friedrich Brüderl
- 1978–2012
- Franz Rudolf Honeder
- Er entwarf das heutige Vereinswappen mit der Festung Hohensalzburg und einer Forelle, prägte den Verein über Jahrzehnte und sicherte zahlreiche wichtige Gewässerrechte. 2014 wurde er zum Ehrenobmann ernannt. Sein Wirken ist bis heute eng mit der Geschichte des SSFV verbunden. Er verstarb im Jahr 2020.
- 02/2013–09/2013
- Felix Riefler
- seit 11/2013
- Werner Schörghofer
- Seit November 2013 Obmann des Salzburger Sportfischerei-Vereins. Unter seiner Leitung wurden die Fischzucht, die Vereinsinfrastruktur und die digitale Vereinsarbeit kontinuierlich weiterentwickelt.
Geschichte endet nicht.
Mehr als 130 Jahre Vereinsgeschichte liegen hinter uns. Was den Salzburger Sportfischerei-Verein ausmacht, ist bis heute gleich geblieben: Verantwortung für Gewässer, Fischbestände und Fischerei.
Die nächsten Kapitel werden nicht irgendwann geschrieben – sondern jetzt.
- gegründet
- 1893
- Gewässer
- 29
- Fischereigewässer
- 14
- Fischzuchten
- 2
- Mitglieder
- 700+
- Gastfischer jährlich
- 5.000+